Hügelgräber Stövkamp

Blick auf das Hügelgrab am Stövkamp aus Westen

Drei Hügelgräber bestehen als vorgeschichtliche Grabstätten im Ortsteil Schönböken der Gemeinde Ruhwinkel. Hügelgräber wurden nach der Anlage  in der Jungsteinzeit (ca. 4.000 bis 1.700 v. Chr.) auch in der folgenden Bronzezeit (ca.1.700 bis 500 v. Chr.) für Bestattungen genutzt.

Neben einfachen, beigabenarmen Erdgräbern war es besonders in der Älteren Bronzezeit (zwischen 1.500 und 1.200 v. Chr.) üblich, die Verstorbenen in aufwändigen Hügelgräbern beizusetzen. Offensichtlich hatten die Verstorbenen für die orts­ansässige Bevölkerung eine immense Bedeutung: Sie wurden in ihrer Tracht und mit ihren Beigaben ausgestattet in ausgehöhlte Eichenstämme gelegt. Eine Steinpackung schützte den Sarg. Der Hügel wurde mit Gras- oder Heidesoden abgedeckt. Der Hü­gelfuß war oft von einem Steinkranz umgeben. Nach­folgende Generationen erwei­terten die Hügel für weitere Gräber.

Schematische Schnittdarstellung eines
jungsteinzeitlichen Hügelgrabs

Zum Ende der Bronzezeit vollzog sich ein Wandel von der Körper- zur Brandbestattung bzw. von der Sarg- zur Urnenbestattung und es entstanden Urnengräberfelder. Ab 1.000 v. Chr. beherrschte die Leichenverbrennung das Totenritual. Die Beigaben kamen jedoch nicht mit auf den Scheiterhaufen, sondern gelangten erst nach der Verbrennung mit ins Grab. Die Urnen wurden später eingesetzt und mit einem flachen Hügel versehen oder erhielten einen Steinschutz in der Erde. So entstanden Urnengräberfelder.

Diese Bestattungssitte blieb auch noch in der folgenden Eisenzeit und zum Teil bis heute erhalten. Es gibt keine Erkenntnis darüber, ob es damals soziale Abstufungen gab.